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Schloss Koerich

Das Schloss Koerich, eingebettet im kleinen Tal des Goeblinger Baches, ist eines unserer typischsten Flachlandschlösser. Mit dem beeindruckenden Wehrturm, ihren Außenmauern im Quadrat, bildet sie zusammen mit der Barockkirche und den alten Häusern von Koerich eine bemerkenswerte Einheit. Es war Wirich I., Herr von Koerich und Haushofmeister von Luxemburg, der Ende des 12. und Anfang des 13. Jahrhunderts den Burgkomplex erbauen ließ.

 

Der Wehrturm, "Hexenturm" genannt, ist wie die Außenmauern im spätromanischen Stil. Mit einem Grundriss von 12 x 11,6 m und einer Mauerdicke von 3 bis 3,5 m gehört er - dessen Originalhöhe auf einst 25 bis 30 m geschätzt wurde und heute nur noch 11 m hoch ist - zu den mächtigsten Schlosstürmen der Region. Eine steingemauerte Rundtreppe verbindet die einzelnen Stockwerke. Ein teilweiser Umbau im gotischen Stil erfolgte um 1300. Zwischen 1380 und 1385 unternahm Gilles d'Autel-Koerich bedeutende Umänderungen: er ließ im Burgbering ein gotisches Wohngebäude sowie zwei rechtwinklige Türme in der Südfassade errichten. Heute besteht nur noch der Süd- West-Turm. Im Erdgeschoss befindet sich die dem heiligen Michel geweihte Kapelle, daher die Bezeichnung "Kapellenturm". Im 1. Stockwerk war die Kammer der Wache. Von 1580 bis 1585 unternahm der neue Besitzer Jacques II de Raville beträchtliche Umbauarbeiten im Renaissance-Stil. So entstand ein feudaler Herrensitz. Von dem einstigen Prunk zeugen heute nur noch der stattliche Kamin des ersten Stockwerks im bereits erwähnten Süd-West-Turm sowie die großen Fenster. Auch sind noch verschiedene militärisch architektonische Bauelemente erhalten. 1728 wurde der Südflügel nochmals umgebaut, und zwar im Barockstil. Seit der zweiten Hälfte des 18. Jh. wurde das Schloss von keinem Edelherrn mehr bewohnt. Die Unterhaltsarbeiten blieben aus und die Burg wurde unbewohnbar. Der letzte Besitzer, Pierre Flammang, unternahm ab 1950 bauliche Sicherungsarbeiten, um dem Verfall Einhalt zu gebieten. Heute ist die Burg im Besitz des Luxemburger Staates.
(Quellennachweis: "Untersuchungen über zwei Burgen in Koerich", von R. Krantz und N. Quintus)