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Der Johannisberg bei Düdelingen

Seit jeher übte der Johannisberg seine religiöse Anziehungskraft aus. Die Johannes dem Täufer gewidmete Kirche galt anfangs als Mutterkirche der umliegenden Pfarreien.

Von 1464 bis 1542 war der Johannisberg der Sitz einer Komturei des Johanniterordens. Mit ihren beträchtlichen Einkünften (der große Zehnte) konnten ihre sieben Priester sieben Arme aus der Pfarrei aufnehmen, logieren und beköstigen.

Auch nachdem Burg und Kirche zerstört waren, blieb das Patronatsfest des heiligen Johannes ein hoher Feiertag. Bis 1794 war die Kuppe von einem Einsiedler bewohnt, der in der Kapelle die Messe las.

In seiner Historia luxemburgensis liefert Johannes Bertels, der spätere Abt von Echternach, eine Beschreibung der Prozession, wie sie zu Ehren des heiligen Johannes im 16. Jahrhundert stattfand. Sie war nicht nur bekannt wegen der hohen Zahl der Pilger, die zum Berg zogen, sondern auch wegen der vielen Kranken, die zu den Melodien verschiedner Musikinstrumente tanzend die Hilfe des Heiligen anriefen, bis sie erschöpft zu Boden fielen (Auffallende Ähnlichkeiten mit der bekannten Springprozession von Echternach).

Das Fest war meistens von einem Markt auf der Höhe begleitet, wie dies aus Texten und Fundmaterial hervorgeht, das bei den Grabungen zu Tage kam (umfangreiches Töpfermaterial sowie vorwiegend kleine Münzen).In unseren Tagen erinnert die jährliche Prozession zum Johannisberg an diese jahrhundertealte Tradition.