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Burg Bourscheid,

von dreieckiger Form, liegt auf einem, nur von Nordwesten zugänglichen Felssporn, 150 m über der Sauer.
Um das Jahr 1000 entstand aus einer primitiven hölzernen Befestigungsanlage eine erste feste Burg aus Stein. Ausgrabungen brachten römische, merowingische, karolingische und ottonische Spuren zu Tage. Diese erste Burg, die Oberburg, bestand aus Bergfried, kleinem Palas und Kapelle, umgeben von einer Ringmauer mit vier Türmen. Von dieser ersten romanisch-gotischen Burg zeugen jetzt nur noch Bergfried und Ringmauer, heute innere Ringmauer.

 

Die äußere Ringmauer, mit acht Türmen bewehrt, wurde um 1384 fertig gestellt. Gleichzeitig entstand das Stolzemburger Haus mit seinem gotischen Gewölbekeller. Der Palas in der Oberburg wurde auf 10 m erhöht, also auf vier Stockwerke, Speicher nicht mitgezählt. Auch wurde ein großes Backhaus mit darüber liegenden Wohnräumen errichtet. Darunter grub man einen doppelstöckigen Kerker in den Felsen. Das Tor- oder Pförtnerhaus bildete den Eingang zur Oberburg und war durch zwei Türme geschützt.

Nach 1472 entstand die Vorburg mit der außen durch Palisaden geschützten Toranlage, der mächtigen Artilleriebastion und einem von vier Türmen flankierten Graben, der durch eine Zugbrücke gesichert war. Als 1512 der letzte Herr derer von Bourscheid ohne Nachkommen starb, errichteten seine Erben drei verschiedene Wohnungen auf der Burg; die von Metternich im alten Palas und im Bergfried, die Zant von Merl im unteren Teil der Oberburg und die von Ahr im Stolzemburger Haus. 1650 wurde die Kapelle vergrößert, und 1785 das Stolzemburger Haus komplett umgebaut, und das zu einer Zeit, wo die Kapelle und der große Palas schon teilweise eingestürzt waren. 1812 ließ der letzte adelige Besitzer die Burg und die dazu gehörenden Ländereien öffentlich versteigern.

Die Ruinen wurden 1936 als „historisches Denkmal“ klassifiziert und 1972 vom Staat erworben. Seither wurden das Stolzemburger Haus und die Pförtnerwohnung wiederaufgebaut, die Türme erhielten neue Dächer. Bis heute dauern die Restaurierungsarbeiten an. Eine fachgerechte Beleuchtung taucht die Burg allabendlich in eine märchenhafte Atmosphäre.